Inhouse-SEO-Day auf der SEO CAMPIXX 2012

Auf der 2011er SEO CAMPIXX hat Hanns Kronenberg den Inhouse-SEO-Day (im Folgenden ISD) veranstaltet. Kurz gefasst ging es bei dieser Veranstaltung darum, dass Inhouse-SEOs für einen Tag den Platz tauschen. Jeder Teilnehmer hat also die Möglichkeit, einen Tag lang im Rahmen einer Site-Clinic von der Expertise eines Fachkollegen zu profitieren, ohne dass er die Kosten für einen Consultant aufbringen bzw. von seinem Budget abzweigen muss.

Was’n das?

Der ursprüngliche Gedanke des ISD war eine eigenständige Veranstaltung, die Hanns in Bonn durchführen wollte. Zum Glück hat er das dann auf die CAMPIXX 2011 umgebogen, auf der eh reichlich Inhouse-SEOs vertreten waren und man sich auf diesem Weg einiges an Organisation bzgl. des Veranstaltungsortes sparen konnte. Für dieses Jahr (also für die SEO CAMPIXX 2012) hat es sich aus verschiedenen Gründen so ergeben, dass ich die Durchführung des ISD übernehme, wobei ich mir aber nicht Hanns’ Idee zu eigen machen möchte, sondern ihm nur für dieses Mal die Organisation abnehme.

Details zum Inhouse-SEO-Day

Beim ISD geht es darum, den oftmals kommunikativ beschränkten Inhouse-SEOs (man stelle sich jetzt einen Typen mit Ärmelschonern und Bleistift hinter dem Ohr vor, der im schlecht beleuchteten Kontor vor seinem Stehpult steht und Rankings von Hand sortiert) die Gelegenheit zu geben, sich von Kollegen über die Schulter blicken zu lassen. Was im Konzern vom Fachkollegen der benachbarten Unit und in der Agentur vom Büronachbarn erledigt wird, können beim ISD SEO-Kollegen anderer Websites übernehmen. Der Blick von außen ohne die Betriebsblindheit, die sich nach Jahren der Arbeit an derselben Website einschleicht, kann (und wird) sinnvolle Ansätze liefern, die der Inhouse nutzen kann.

Die Anmeldung

Da man sich auf den ISD einen Tag vorbereiten muss, indem man die Website eines SEO-Kollegen analysiert und die Ergebnisse in einer kleinen Präsentation zusammenfasst, wird der Workshop auf der CAMPIXX ein geschlossener Workshop sein, für den eine Anmeldung notwendig ist.

Um sich für den Inhouse-SEO-Day auf der SEO Campixx anzumelden, müsssen folgende drei Vorraussetzungen erfüllt sein:

  • Du bist als Teilnehmer für die SEO CAMPIXX registriert, stehst also auf der Teilnahmeliste
  • Du bist bereit, im Vorfeld einen Tag die Website eines SEO-Kollegen zu analysieren und die Ergebnisse in einer kleinen Präsentation zusammenzufassen
  • Du nimmst an den Sessions zum Inhouse-SEO-Day auf der SEO CAMPIXX teil

Wenn alle drei Vorraussetzungen erfüllt sind, kannst Du Dich hier für den 2. Inhouse-SEO-Day anmelden.

Die Anmeldefrist läuft bis zum 31. Dezember 2011. Manche SEOs müssen eventuell das Einverständnis ihres Arbeitgebers einholen und haben dafür bis Ende des Jahres hoffentlich genügend Zeit. Sollten wir aus irgendwelchen Gründen die Teilnehmerzahl begrenzen müssen, zählt die Reihenfolge der Anmeldungen.

Der Draft

Jeder Teilnehmer möchte sich natürlich seinen Doktor für die Site-Clinic frei auswählen. Da aber jeder Teilnehmer sowohl Doktor als auch Patient für jeweils genau eine Site-Clinic ist, muss ein Verfahren gefunden werden, nachdem die Doktoren ausgewählt werden. Ich finde, an dem im vergangenen Jahr durchgeführten Verfahren ist dabei nichts auszusetzen: Der erste Teilnehmer wählt seinen Doktor und der gewählte Doktor ist dann der nächste, der mit der Auswahl dran ist. Bei diesem Verfahren muss allein der erste Teilnehmer organisatorisch festgelegt werden, was im letzten Jahr durch den SISTRIX-Sichtbarkeitsindex gemacht wurde. Der würde dann auch zum Zug kommen, wenn sich ein Kreis bei der Auswahl geschlossen hat, also ein Doktor gewählt wird, der selbst vorher schon auswählen konnte. Auch in diesem Fall wäre wieder ein neuer nächster Teilnehmer zu bestimmen.

Um den Start festzulegen, könnte von mir aus in diesem Jahr auch der kleinste statt des größten Sichtbarkeitsindex herangezogen werden. Der Teilnehmer mit der geringsten Sichtbarkeit hätte also die Chance, sich den seiner Meinung nach besten SEO als Doktor für die Site-Clinic auszusuchen. Schreibt einfach in den Kommentaren, wie ihr das findet, oder ob ansonsten etwas beim Draft verändert werden sollte. Das Verfahren für den Draft muss ja erst im Januar feststehen und sollte die Entscheidung zur Teilnahme nicht beeinflussen. Wer sich hier nicht öffentlich äußern möchte (warum eigentlich nicht?), kann den Kommentar auch mit seiner Anmeldung abkippen. Im Anmeldeformular ist ein entsprechendes Feld vorgesehen.

Um den Draft nicht ewig laufen zu lassen, wäre es schön, wenn jeder Teilnehmer möglichst schnell auf meine E-Mails antwortet, sich also einen Doktor auswählt oder seine eigene Auswahl bestätigt, falls er von einem anderen Teilnehmer gewählt wurde. Hanns berichtete, dass es im letzten Jahr teilweise recht lange gedauert hat und einige Teilnehmer wohl nur schwer zu erreichen waren. Vielleicht bekommen wir das im zweiten Anlauf ja besser hin.

Natürlich kann jeder gewählte Doktor die Wahl auch ablehnen, wenn er triftige Gründe dafür hat. Es ist ja naheliegend, dass man einen Wettbewerber nicht unterstützen möchte. Oder möglicherweise gibt es vonseiten der Unternehmensführung Bedenken gegen eine bestimmte Konstellation.

Aus meiner Sicht muss sich das Teilnehmerfeld auch nicht auf Inhouse-SEOs beschränken. Im vergangenen Jahr waren auch mehrere Teilnehmer dabei, die zumindest zum Zeitpunkt der tatsächlichen Durchführung nicht mehr als Inhouse- sondern als Agentur-SEO oder Einzelkämpfer gearbeitet haben. Ich sehe keinen Grund, warum sich solche SEOs nicht beteiligen sollten. Wer auf einen Inhouse als Doktor besteht, sucht sich eben einen solchen aus. Und wer für eine Agentur keine Kundenseite als Doktor behandeln möchte, lehnt eben ab, wenn er gewählt wird. Wichtig wäre hier natürlich auch vonseiten der ausgewählten Agentur-SEOs die klare Äußerung, wenn es Interessenkonflikte geben könnte, weil man z. B. einen Wettbewerber betreut, was der Auswählende möglichweise nicht weiß. Auch hierzu würde mich brennend eure Meinung interessieren. Bis das abgestimmt ist, würde ich Nicht-Inhouse-SEOs dann unter Vorbehalt in der Teilnehmerliste führen.

Ich habe mich selbst mal an Punkt eins der Teilnehmerliste gesetzt. Ich bin aber gern bereit, zurückzustehen, wenn wir damit bei einer ungeraden Teilnehmerzahl landen würden. Oder es wird einfach jemand zwangsrekrutiert, der sich bis dahin nicht angemeldet hat. ;-)

Site-Clinic und Workshop

Die Site-Clinic sollte nach Rücksprache mit dem Patienten in Form einer Präsentation erstellt werden. Auf der CAMPIXX kann diese Präsentation dann auf dem Notebook oder in Papierform gezeigt und dem Patienten anschließend ausgehändigt werden. Da hier eins zu eins präsentiert wird, ist ein Beamer überflüssig. Eigentlich braucht es je Paarung nur eine Ecke, in der man halbwegs ungestört zusammensitzen kann. Das Hotel am Müggelsee bietet etliche dieser Möglichkeiten. Im letzten Jahr war es so, dass im Sessionplan der CAMPIXX drei Sessions für den ISD geblockt waren. Nach Rücksprache mit Hanns denke ich, dass das auch in diesem Jahr so sein wird. Auf diese Art kann ich euch die Planung der Treffen abnehmen und ihr müsst euch nur noch ein lauschiges Plätzchen suchen.

Ein paar Gedanken

Von ein paar Teilnehmern des letzten Jahres habe ich zwischendurch Feedback erhalten. Leider war wohl nicht jeder so zufrieden wie ich (danke nochmal, Holger). Teils wurde die Site-Clinic gar nicht erst abgeliefert, teils war sie wohl etwas lieblos erstellt. Hier kann ich nur an die Fairness aller Teilnehmer apellieren: Bitte erstellt eure Site-Clinic in der Qualität und mit dem Aufwand, wie ihr es euch auch für eure eigene Site-Clinic wünscht. Es geht darum, für einen Tag den Platz des Anderen einzunehmen. Versteht sich also von selbst, dass man die Site-Clinic nicht in zwei Stunden erstellen kann. Fangt früh genug mit der Arbeit an, dann kommt die CAMPIXX auch nicht überraschend.

Und bitte stimmt euch vorher mit dem Patienten ab: Fragt, wo der Schuh am meisten drückt und welche Probleme nicht beachtet werden müssen, weil sie eh schon bekannt sind. Patienten, geht aktiv auf euren Doktor los und fragt ihn auch ruhig nach seinem speziellen Fachgebiet. Vielleicht ist er ja in einer Sache ganz fit, an die ihr gar nicht gedacht habt, die euch aber ganz weit nach vorn bringen kann.

So, jetzt aber los: Anmeldung zum 2. Inhouse-SEO-Day 2012

Kommentar schreiben

Recap SEO-Day Cologne 2011

Zurück vom SEO-Day Cologne, der 2011 erstmalig und hoffentlich nicht letztmalig stattgefunden hat, habe ich mich entschlossen, auch mal einen Recap zu einer SEO-Konferenz zu schreiben – mein erster, soweit ich mich erinnern kann.

Veranstaltungsort des SEO-Days war das Rhein-Energie-Stadion, die Heimstätte des 1. FC Köln. Zunächst ein eher ungewöhnlicher Ort für eine Konferenz, der Business-Bereich, den das Stadion bietet, gibt aber alles her, was ein solches Event braucht. Passend dazu wurde dann auch die Eröffnungsansprache vom Veranstalter Fabian Rossbacher nicht in einem der Konferenzräume gehalten sondern draußen auf der Tribüne und die dazugehörigen Slides wurden dann stilecht auf den Videowänden im Stadion gezeigt.

Die Vorträge

Jens Fauldrath auf dem SEO-Day Es gab ein abwechslungsreiches Programm und von eher philosophischen Ansätzen wie im Vortrag von Marco Janck bis zu Craphat-Tools war alles vertreten. Herausstellen möchte ich den Vortrag von Jens Fauldrath, den er in seinem Blog nochmal kurz zusammengefasst hat und komplett zum Download anbietet. Nun kann sicher nicht jeder Websitebetreiber über die Ressourcen verfügen, die eine Telekom mit ihren verschiedenen Plattformen hat. Aber SEO als Prozess und nicht als Projekt zu begreifen, sollte bei jeder Site funktionieren.

Ziemlich aufschlussreich – neben dem Unterhaltungswert – fand ich auch den Vortrag von Marcus Tandler und Niels Dörje, über dessen Inhalt ich mich leider auf Wunsch der beiden ausschweigen muss. Nur so viel sei verraten: Man sollte Tante Google genau beobachten und sich Gedanken über das Warum und das Ziel jeder Änderung des Angebots und jeder Akquisition eines Tools oder Unternehmens machen.

Interessant auch die Session von Stefan Fischerländer, dessen Slides bei Gipfelstolz zum Download bereitstehen. Dort sind dann auch die Daten zum Vortrag zu holen, für die Leute, die tiefer dort eindringen möchten. Spannend, wie Stefan mit relativ einfachen Mitteln und begrenztem zeitlichen Aufwand Linkstrukturen aufdecken konnte. Man sollte sich klarmachen, dass Google das mit den dort zur Verfügung stehenden Datenmengen und feineren Algorithmen noch viel genauer kann. Interessant auch die hohe Korrelation der gewichteten Ergebnisse aus Stefans Crawler-Durchlauf mit den Top Ten von Google zum jeweiligen Suchbegriff.

(Absichtlich) sehr unkonkret, dafür aber mit schönen Denkanstößen kam der Vortrag von Mr. SEO CAMPIXX Marco Janck. Tenor: Geht mit offenen Augen durch die Offlinewelt und lasst euch inspirieren. Verwertet so entstehende Ideen on- oder offline und befruchtet damit euer Geschäft. [Nachtrag: Und lest auch auf jeden Fall Marcos Recap]

Bei drei parallel laufenden Slots verpasst man naturgemäß einiges an Vorträgen, über etliche kann ich mir also gar keine Meinung bilden. Wie üblich war es manchen zu basic, anderen zu detailliert, einigen zu oberflächlich. Je nach eigenem Wissenstand und Erwartungshaltung kann man es eben nicht jedem rechtmachen. In der Summe der Vorträge, die ich gesehen habe, fand ich das Niveau gut und passend gemischt. Manchmal erfährt man eben auch nichts Neues, erhält aber einen Denkanstoß oder eine Erinnerung an einen Punkt, den man im Tagesgeschäft aus den Augen verloren hatte.

Der Veranstaltungsort

Darauf bin ich ja oben schon ein Stück weit eingegangen. Hinzufügen möchte ich da nur noch, dass die vergleichsweise niedrigen Decken in den drei Konferenzräumen dazu geführt haben, dass man nur aus der ersten Reihe die Leinwände mit den Slides vollständig sehen konnte. Die untere Hälfte war für die Zuschauer in den hinteren Reihen zur die vor ihnen Sitzenden verdeckt. Kleinere Leinwände wären hier besser gewesen und hätten bei der Größe der Räume auch völlig ausgereicht. Das Catering war ok, wenn das Essen auch nicht wirklich herausragend war. Aber ich will bei solchen Veranstaltungen auch kein Feinschmeckermenü sondern etwas Einfaches und Nahrhaftes. Die Versorgung mit Kaffee und Kaltgetränken lief hervorragend und bei der abendlichen Party blieben auch keine Wünsche offen. Etwas lästig war das Umfüllen der Getränke in Plastikbecher, wenn man auf der Terrasse etwas frische Luft schnappen wollte.

SEO-Day, das Superpanel Passend zum Veranstaltungsort fand das Superpanel, besetzt mit Marco Janck, Marcus Tandler, Jens Fauldrath und Niels Dörje, im Presseraum statt. Marcus hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, auf dem Podium des 1. FC Köln mit einem Bayern-Trikot zu erscheinen. Das dürfte ihn den einen oder anderen Sympathiepunkt gekostet haben. Die Qualität eines solchen Panels steht und fällt immer mit den Fragen des Publikums – und in diesem Fall waren die eher bescheiden. Zu viele SEOs verbringen scheinbar ihre Zeit damit, sich mit reaktivierten Expireds fragwürdigen Inhalts einen Kleinkrieg mit Google zu liefern anstatt sich ein vernünftiges Projekt mit Zukunft aufzubauen. Marco und Niels haben das dann auch nochmal thematisiert. Ob es in den Köpfen hängengeblieben ist, möchte ich aber mal bezweifeln.

Fazit

Bleibt nicht viel zu sagen, außer: gut gemacht, weiter so. Wer in diesem Jahr nicht dort war, sollte sich den hoffentlich stattfindenden SEO-Day 2012 schon mal auf den Plan setzen.

Weitere Recaps, Bilder und Dwonloads

Kommentare und Trackbacks (8)

HTML5 – die Vorteile und Risiken für SEO

HTML5-Logo Beim Hören der heute erschienenen Ausgabe 19 von SEO-House wurde ich mal wieder daran erinnert, dass ich noch was zum Thema HTML5 für SEOs schreiben wollte. Markus hat in der Sendung auf die HTML5-Session mit JohnMu auf der SMX hingewiesen und sich beklagt, dass dort wenig auf die neuen Elemente eingegangen wurde, die in HTML5 zur Verfügung stehen. Das habe ich zwar ebenso empfunden, ich denke aber auch, dass das beim anwesenden Publikum meist jenseits des Verständnisses gewesen wäre. Mir schien der Anteil an Frontend-Leuten eher klein zu sein. Um bei den HTML5-Elementen in die Tiefe zu gehen, bedarf es schon einigem technischem Vorwissen.

Trotzdem wäre ein Überblick über header, nav, footer, article, aside und section gar nicht schlecht gewesen. Das hätte man sicher in fünf Minuten anreißen können. Ich möchte aber hier auch gar nicht auf die einzelnen neuen Elemente eingehen, das haben andere schon ausführlich erledigt. Den Nutzen im Hinblick auf SEO sehe ich derzeit noch nicht, es gibt aber keinen Grund, die Elemente bei neuen Projekten oder Relaunchs auch jetzt schon zu verwenden. Wenn der Parser von Google die Elemente irgendwann verstehen sollte, ist es deutlich einfacher, den Unterschied zwischen Inhalten, Navigation und Fußbereich zu erkennen (nur als Beispiel), wobei ich aber denke, dass Google das auch jetzt schon sehr gut kann.

Überschriftenhierarchien in HTML5

Mir geht es viel eher um eine andere Möglichkeit, die uns die Spezifikation an die Hand gibt: Das Ermitteln von Überschriftenebenen aus der Document-Outline. Jetzt fragen sich die meisten vermutlich »Was möchte der komische Mann von uns?«, daher mal ein Beispiel:

Eine Seite hat eine H1-Überschrift, ein Bereich der Seite wird mit einer H2-Überschrift eingeleitet, ein Artikel darin beginnt mit einer H3 und Abschnitte des Artikels tragen dann folgerichtig sogar noch eine H4 (z. B. »Einleitung«, »Fazit«). Damit wird sowohl in alten Versionen von (X)HTML als auch in HTML5 eine korrekte Hierarchie von Überschriften dargestellt.

Die Spezifikation von HTML5 ermöglicht aber nun die automatische Erkennung dieser Hierarchie unabhängig vom angegebenen Element (H1–H6). Die Hierarchie wird hierbei allein durch die Position in der Document-Outline festgelegt. Der Vorteil liegt darin, dass man beim Anlegen des Dokuments ausschließlich H1-Überschriften verwenden kann, die vom Parser dann der richtigen Ebene zugeordnet werden. Gerade bei Content-Syndication ist das natürlich von Vorteil. Wenn ich einen Artikel an mehreren Stellen verwende, z. B. komplett auf der Artikelseite und als Auszug auf einer Start- oder Übersichtsseite, muss ich mir um die Verschachtelungstiefe der Überschriften keine Gedanken mehr machen. Ein riesiger Vorteil für Nachrichtenseiten!

Um beim Beispiel oben zu bleiben, haben wir also eine H4-Überschrift namens »Fazit« innerhalb des Artikels. In der Outline (keine Ahnung, wie man die darstellt) haben wir also body h1 > section h2 > article h3 > section h4. Im erzeugten HTML steht aber an jeder der genannten Stellen eine H1! Ich hoffe, das ist inhaltlich halbwegs verständlich.

Geil, 40 mal H1 auf der Seite

Jetzt könnte man als unbedarfter (oder testender) SEO natürlich auf die Idee kommen, dass man tatsächlich jede Überschrift auf einer Startseite als H1 auszeichnet, um Google zu zeigen, wie wichtig das doch alles ist. Und weil es so in der Spezifikation steht und Google selbst ja schließlich vehement den sofortigen Einsatz von HTML5 empfiehlt, kann das ja wohl kaum als Spamming angesehen werden. Um genau das herauszufinden, habe ich nach der Session auf der SMX JohnMu direkt darauf angesprochen. Das hätte ich natürlich auch in der Fragerunde am Ende tun können, mir schien der Sachverhalt aber zu speziell und zu erklärungsbedürftig. Die Antwort war Google-typisch ausweichend: Ich sollte mir dabei keine allzu großen Sorgen machen und wahrscheinlich würde das kein Problem geben. Was er aber eindeutig sagte, war, dass der Google-Bot derzeit noch keinen HTML5-Parser hat. Die Überschriften kämen also in diesem Beispiel alle als H1 an, nicht in der gewollten Hierarchie.

Ich möchte nun natürlich nicht seine Aussage anzweifeln, für mich sieht das dann aber schon danach aus, als könnte das ein wenig spammy wirken. Man stelle sich die Startseite eines Nachrichtenportals vor, auf der dann 40–60 Überschriften erster Ordnung erkannt werden, jeweils gefolgt von zwei Zeilen Text. Selbst wenn dann ein Quality-Rater draufschaut, müsste der erst mal mit HTML5 ziemlich gut vertraut sein, um die Richtigkeit des Tuns zu erkennen. Mir wäre das Risiko eindeutig zu hoch. Zumindest habe ich für einen anstehenden Relaunch unseres Shops dieses Vorgehen weit von mir gewiesen. Die Gefahr, damit in einen Filter zu laufen, ist mir deutlich zu hoch.

Ganz nebenbei habe ich auch gelesen (die Quelle finde ich gerade nicht), dass Screenreader mit der hierarchischen Einordnung der Überschriften auch noch nicht umgehen können. Das sehe ich zumindest noch als weiteren wichtigen Grund, auf die Möglichkeiten zu verzichten. Die sonstigen Elemente sollte man aber verwenden, es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen.

Sollte jemand mal einen Testballon Richtung H1-Häufung starten wollen, bin ich sehr am Ergebnis interessiert. Auch andere Hinweise im Bezug auf HTML5 und SEO sind hier gern gesehen. Sollte ich hier Quatsch geschrieben haben, sind die Hinweise natürlich ebenfalls willkommen.

Kommentare und Trackbacks (3)

Der beste Film der Welt

Die Überschrift kann nur mehr versprechen, als der Artikel hält. Schließlich kann man so etwas wohl kaum objektiv festlegen. Deswegen kann ich nur ganz subjektiv sagen, dass für mich Pulp Fiction von Quentin Tarantino der beste Film der Welt ist. Ich bin mir auch sehr sicher, dass Pulp Fiction einer der Filme sein wird, die auf der für ein Gewinnspiel eingerichteten Domain www.filmtipps.net erwähnt werden.

Ob das tatsächlich so eintritt, ist natürlich davon abhängig, was der neue Besitzer mit der Filmtipps-Domain so anfangen möchte. Die Domain ist nämlich neben einem hervorragend zusammengestellten DVD-Paket ein Teil des Gewinns, den man beim heutigen Türchen des SEO-Adventskalenders erhalten kann. Mir als Filmfan würde für die Domain sicher der ein oder andere Beitrag als sinnvoller Content einfallen. Link-Juice dürfte ja initial durch das Gewinnspiel schon einiger vorhanden sein.

PS: Zu meiner großen Schande muss ich gestehen, dass ich ein paar der Filme aus dem DVD-Paket noch nicht gesehen habe. Aber The Big Lebowski – ebenfalls im auf Kino-Fan.de näher beschriebenen Paket enthalten – kommt bei mir absolut auf Platz zwei der besten Filme der Welt.

Kommentare und Trackbacks (2)

Spam im Namen von Google

Wie auch schon bei »Spam nervt« berichtet, laufen seit einigen Stunden Spam-E-Mails durch das Netz, die den Webmaster in durchaus freundlichem Ton davon unterrichten, dass seine Seite soeben für mindestens 30 Tage aus dem Google-Index (in der E-Mail übrigens ohne Bindestrich geschrieben) ausgeschlossen wird.

Diese E-Mails werden in sehr ähnlicher Form tatsächlich vom Google Search Quality Team verschickt, wenn ein Auschluss aus dem Index verhängt wird. Die Begründung in diesem Fall ist jedoch eine andere, als sie üblich sein sollte: Ein Redirect auf die Startseite (den es bei mir in zumindest dieser Form gar nicht gibt), soll der Auslöser für den Ausschluss sein.

Ein solcher Redirect – wenn er denn richtig gemacht ist – würde von Google sicherlich nicht mit Strafe belegt werden, dient er doch dem Entfernen von Duplicate Content.

Hier noch die E-Mail im Wortlaut (URLs und E-Mail-Adressen entfernt):

Sehr geehrter Seiteninhaber oder Webmaster der Domain
www.—.de,

bei der Indexierung Ihrer Webseiten mussten wir feststellen, dass auf
Ihrer Seite Techniken angewendet werden, die gegen unsere Richtlinien
verstossen. Sie finden diese Richtlinien unter folgender Webadresse:

http://www.google.de/webmasters/guidelines.html

Um die Qualitaet unserer Suchmaschine sicherzustellen, haben wir bestimmte
Webseiten zeitlich befristet aus unseren Suchergebnissen entfernt. Zurzeit
sind Seiten von www.—.de fuer eine Entfernung ueber einen
Zeitraum von wenigstens 30 Tagen vorgesehen.

Wir haben auf Ihren Seiten insbesondere die Verwendung folgender Techniken
festgestellt:

*Seiten wie z. B. —.de, die zu Seiten wie z. B.
http://www.—.de/index.htm mit Hilfe eines Redirects
weiterleiten, der nicht mit unseren Richtlinien konform ist.

Gerne wollen wir Ihre Seiten in unserem Index behalten. Wenn Sie wollen,,
dass Ihre Seiten wieder von uns akzeptiert werden, korrigieren oder
entfernen Sie bitte alle Seiten, die gegen unsere Richtlinien
verstossen. Wenn dies erfolgt ist, besuchen Sie bitte die folgende
Webadresse, um weitere Informationen zu erhalten und einen Antrag auf
Wiederaufnahme in unseren Suchindex zu stellen:

https://www.google.com/webmasters/sitemaps/reinclusion?hl=de

Anbei erhalten Sie ein Google Webmastertool um Ihre Seite erneut zu
indexieren.

Google Search Quality Team
Kopie an: webmaster@—.de

Update

Heute kam die E-Mail dann in gleicher Form nochmal – allerdings diesmal mit dem versprochenen Anhang. Leider habe ich keine Zeit, den zu öffnen, um die Tools mal auszuprobieren ;-)

Update 2

Jetzt berichtet auch Google selbst im Webmaster-Zentrale-Blog über die Fake-Mail. An der Stelle wird auch auf den dilettantisch erstellten Anhang eingegangen.

Kommentare und Trackbacks (3)