Mac oder Dose?

Christian macht sich in seinem Weblog gerade Gedanken darüber, ob seine nächste Anschaffung ein iMac oder doch wieder ein PC sein wird. Ich kann die Fragestellung verstehen, weil ich selbst bei jeder Neuanschaffung vor dieser Frage stehe.

Kurz zum Hintergrund bei mir: Meine PC-Historie fing vor vielen Jahren mit einem 386er und Windows 3.1 (später 3.11) an und ging dann über mehrere Stufen mit Updates auf OS und Hardware auch immer mit Windows-Rechnern weiter. Meine letzten drei Rechner waren dann Notebooks, erst von Medion, die letzten beiden von Dell. Den Text schreibe ich gerade auf einem 17-Zöller Notebook von Dell mit einem phantastischen Bildschirm mit 1920 x 1200 Pixel.

Parallel zu meinen privaten Windows-Rechnern habe ich beruflich aber lange Zeit an Macs gearbeitet. Ich habe die Ausbildung zum Schriftsetzer (heute heißt man dann Mediengestalter) an Power-PCs mit Mac OS 7.6 angefangen und habe mich vor mittlerweile fünf Jahren aus dem DTP-Bereich verabschiedet, wobei ich zum Schluss einen G4 mit dem letzten 9er-System auf dem Schreibtisch hatte. OS X kenne ich zugegebenermaßen nur von kurzen Ausflügen zurück in meine alte Abteilung. Die Bedienung im Produktiveinsatz kann ich daher nicht beurteilen.

In den etwa sieben Jahren des Parallelbetriebs beider Systeme konnte ich die Begeisterung meiner Kollegen für das Mac-OS nie verstehen. Viele von denen sind allerdings noch in einer Zeit an die Macs gekommen, als die Programme wie Photoshop, Illustrator und andere auf dem PC gar nicht oder nur mit eingeschränktem Funktionsumfang erhältlich waren. Das ist aber schon so lange vorbei, dass es schon gar nicht mehr wahr ist. Die einzigen Probleme zu dem Zeitpunkt waren noch gemischte Netze und untereinander nicht kompatible Schriften. Der Rest ist Gewöhnung. Ich kenne nicht viele, die so intensiv wie ich in beiden Welten gelebt und vor allen Dingen gearbeitet haben und sich daher wirklich ein Urteil bilden konnten.

Ich habe es in der damaligen Zeit nicht geschafft, eine Vorliebe für eines der beiden Systeme zu entwickeln. Manches fehlte am PC, was der Mac hatte und ungekehrt. Interessant fand ich in dem öffentlich ausgetragenen (und sehr albernen) Systemkrieg allerdings immer die Argumentation der Mac-Jünger. Während zu den eher grauen und rein produktionsbezogenen Zeiten vor OS X immer das fehlende »Klickibunti« als großer Vorteil herausgestellt wurde, weil man so etwas als professioneller Anwender ja schließlich nicht brauche, hat dann OS X genau das eingeführt und dann waren Animationen z. B. in Verbindung mit dem Dock auf einmal das Größte. Bei der Präsentation des Systems auf der Drupa wäre ich vor Lachen fast vom Stuhl gefallen. Aber wie gesagt: Das ist albern und kindisch. Wichtig ist die Bedienbarkeit und nicht die Optik.

Für meine privaten – und später auch Anschaffungen für meinen Nebenerwerb – hat dann wegen fehlender Vorlieben immer der Preis den Ausschlag gegeben: Mein aktuelles Notebook hätte bei Apple ziemlich genau das Doppelte gekostet. Mit der Vorstellung der neuen MacBooks stellt sich die Frage natürlich wieder erneut. Aber wie gut soll das Teil eigentlich sein, wenn ich dafür 2.500 Euro (17-Zöller) auf den Tisch legen soll? Wieviel produktiver soll ich damit sein, wenn der Großteil meiner Arbeit im Texteditor stattfindet und ich nur sporadisch ein paar Grafiken in CS3 aufbereiten muss? Da ich mit dem Teil kaum unterwegs bin (deswegen ist Größe und Gewicht auch kein Kriterium) kann ich noch nicht mal damit angeben.

Als offener Mensch lasse ich mich aber gern vom Vorteil überzeugen. Hat den jemand wirkliche Argumente für mich?

Ach ja: Ich werde das natürlich auch in Christians Weblog verfolgen. Für einen Kommentar an der Stelle war mir meine eigene Geschichte allerdings ein wenig lang.

[Update]

Arne schaltet sich jetzt nach seinem Kommentar unten mit einem sehr langen und sehr ausführlichen Artikel in die Diskussion ein. 30.000 Zeichen ohne jede Polemik.

Kommentare und Trackbacks (5)

Apple-süchtig? Ich?

2%How Addicted to Apple Are You?

Und das nur, weil ich mit dem Gedanken spiele, demnächst einen iPod zu kaufen …

Via Patrick Kempf

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