Mein iPhone, die ersten Wochen

Wer mir auf Twitter folgt oder mir eventuell sogar im Real Life hin und wieder begegnet, dürfte mittlerweile mitbekommen haben, dass ich meine Mac-Abstinenz Anfang des Monats beendet habe und nun auch ein iPhone 3Gs mit 32 GB mein Eigen nenne. Seit dem ersten Einschalten schwanke ich nun zwischen Begeisterung und enttäuschtem Unverständnis hin und her. Momentan hält sich die Begeisterung noch vorn, ich kann aber nicht dafür garantieren, dass das so bleibt.

Zu den begeisternden Punkten muss ich nicht viel sagen; das haben andere schon hinreichend getan. Die kritischen Stimmen sind da weniger laut, was aber für Apple-Produkte nicht ungewöhnlich ist. Etwas anders hört sich das hin und wieder in meinem Büro an. Der Kollege, der sich mit mir den Raum und die Atemluft teilt, hat sein iPhone nahezu zeitgleich erhalten und ist ähnlich kritisch. Beide hatten wir vorher Nokias (ein E65 in meinem Fall), die zwar nicht annähernd die komfortablen Online-Funktionen hatten, die aber als Business-Handy z. T. erheblich besser eingesetzt werden konnten.

Da wäre z. B. die Akkulaufzeit. Das 3Gs soll ja eine deutlich verbesserte Akkulaufzeit haben – die Laufzeit des alten 3G möchte ich dann nicht erleben. Wenn man das Gerät wirklich nutzt, sollte man sein Ladekabel nicht allzu weit weg legen.

Dann wären da noch die einfachen Dinge, die ich insbesondere bei einem nicht mehr ganz neuen Produkt nicht nachvollziehen kann. Dass mir z. B. nicht die Zeichenanzahl angezeigt wird, die beim SMS-Schreiben noch zur Verfügung steht, ist nicht nachvollziehbar. Dass der Geburtstag eines Kontakts nicht seinen Weg in den iPhone-Kalender findet, kann man mir nicht erklären. Dass dann nicht wenigstens an die Geburtstage erinnert wird, ist mir unverständlich.

Ich könnte mir auch mehr Flexibilität hinsichtlich des Startbildschirms vorstellen. Der direkte Zugriff auf die Apps ist zwar nett, ich würde aber eventuell gern die Termine des laufenden Tages in der Übersicht sehen. Noch vor dem Startbildschirm hätte ich gern eine Info über eingegangene Nachrichten und Anrufe in Abwesenheit. Beim iPhone muss ich immer erst die Sperre entriegeln, um diese Infos zu erhalten.

Genug gemeckert für den Augenblick. Beim nächsten Wutschrei meines Kollegen behalte ich mir aber vor, hier etwas zu ergänzen. ;-)

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Mac oder Dose?

Christian macht sich in seinem Weblog gerade Gedanken darüber, ob seine nächste Anschaffung ein iMac oder doch wieder ein PC sein wird. Ich kann die Fragestellung verstehen, weil ich selbst bei jeder Neuanschaffung vor dieser Frage stehe.

Kurz zum Hintergrund bei mir: Meine PC-Historie fing vor vielen Jahren mit einem 386er und Windows 3.1 (später 3.11) an und ging dann über mehrere Stufen mit Updates auf OS und Hardware auch immer mit Windows-Rechnern weiter. Meine letzten drei Rechner waren dann Notebooks, erst von Medion, die letzten beiden von Dell. Den Text schreibe ich gerade auf einem 17-Zöller Notebook von Dell mit einem phantastischen Bildschirm mit 1920 x 1200 Pixel.

Parallel zu meinen privaten Windows-Rechnern habe ich beruflich aber lange Zeit an Macs gearbeitet. Ich habe die Ausbildung zum Schriftsetzer (heute heißt man dann Mediengestalter) an Power-PCs mit Mac OS 7.6 angefangen und habe mich vor mittlerweile fünf Jahren aus dem DTP-Bereich verabschiedet, wobei ich zum Schluss einen G4 mit dem letzten 9er-System auf dem Schreibtisch hatte. OS X kenne ich zugegebenermaßen nur von kurzen Ausflügen zurück in meine alte Abteilung. Die Bedienung im Produktiveinsatz kann ich daher nicht beurteilen.

In den etwa sieben Jahren des Parallelbetriebs beider Systeme konnte ich die Begeisterung meiner Kollegen für das Mac-OS nie verstehen. Viele von denen sind allerdings noch in einer Zeit an die Macs gekommen, als die Programme wie Photoshop, Illustrator und andere auf dem PC gar nicht oder nur mit eingeschränktem Funktionsumfang erhältlich waren. Das ist aber schon so lange vorbei, dass es schon gar nicht mehr wahr ist. Die einzigen Probleme zu dem Zeitpunkt waren noch gemischte Netze und untereinander nicht kompatible Schriften. Der Rest ist Gewöhnung. Ich kenne nicht viele, die so intensiv wie ich in beiden Welten gelebt und vor allen Dingen gearbeitet haben und sich daher wirklich ein Urteil bilden konnten.

Ich habe es in der damaligen Zeit nicht geschafft, eine Vorliebe für eines der beiden Systeme zu entwickeln. Manches fehlte am PC, was der Mac hatte und ungekehrt. Interessant fand ich in dem öffentlich ausgetragenen (und sehr albernen) Systemkrieg allerdings immer die Argumentation der Mac-Jünger. Während zu den eher grauen und rein produktionsbezogenen Zeiten vor OS X immer das fehlende »Klickibunti« als großer Vorteil herausgestellt wurde, weil man so etwas als professioneller Anwender ja schließlich nicht brauche, hat dann OS X genau das eingeführt und dann waren Animationen z. B. in Verbindung mit dem Dock auf einmal das Größte. Bei der Präsentation des Systems auf der Drupa wäre ich vor Lachen fast vom Stuhl gefallen. Aber wie gesagt: Das ist albern und kindisch. Wichtig ist die Bedienbarkeit und nicht die Optik.

Für meine privaten – und später auch Anschaffungen für meinen Nebenerwerb – hat dann wegen fehlender Vorlieben immer der Preis den Ausschlag gegeben: Mein aktuelles Notebook hätte bei Apple ziemlich genau das Doppelte gekostet. Mit der Vorstellung der neuen MacBooks stellt sich die Frage natürlich wieder erneut. Aber wie gut soll das Teil eigentlich sein, wenn ich dafür 2.500 Euro (17-Zöller) auf den Tisch legen soll? Wieviel produktiver soll ich damit sein, wenn der Großteil meiner Arbeit im Texteditor stattfindet und ich nur sporadisch ein paar Grafiken in CS3 aufbereiten muss? Da ich mit dem Teil kaum unterwegs bin (deswegen ist Größe und Gewicht auch kein Kriterium) kann ich noch nicht mal damit angeben.

Als offener Mensch lasse ich mich aber gern vom Vorteil überzeugen. Hat den jemand wirkliche Argumente für mich?

Ach ja: Ich werde das natürlich auch in Christians Weblog verfolgen. Für einen Kommentar an der Stelle war mir meine eigene Geschichte allerdings ein wenig lang.

[Update]

Arne schaltet sich jetzt nach seinem Kommentar unten mit einem sehr langen und sehr ausführlichen Artikel in die Diskussion ein. 30.000 Zeichen ohne jede Polemik.

Kommentare und Trackbacks (5)

Apple-süchtig? Ich?

2%How Addicted to Apple Are You?

Und das nur, weil ich mit dem Gedanken spiele, demnächst einen iPod zu kaufen …

Via Patrick Kempf

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